Der Lot, der Dourdou und ihre Nebenflüsse haben in das aus Schiefer und Granit bestehende wellige Plateau ein Netz von gewundenen und tiefen Tälern gegraben, die von der Umgestaltung der früheren Landoberfläche während des Paläozoikums zeugen. An dieser Stelle, an der die durch den Wildbach Ouche gegrabene Schlucht kurz davor ist, sich mit dem senkrecht dazu verlaufenden Dourdou-Tal zu vereinen, erweitern sich die Felswände leicht und bilden einen Talkessel. Die Aushöhlung dieses Talkessels gräbt das Plateau aus, dessen Relief von Terrassenstufen gekennzeichnet ist. Aushöhlungen bestimmen das Lanschaftsbild. Abschüssige Hänge, vorspringende Flesblöcke und die dunkelen Flecken der Kastanienbäume schaffen eine Landschaft, die karg und grandios zugleich ist und in der Abenddämmerung oder bei Gewitter sogar erdrückend wirkt. Wie Prosper Merimée, der 1837 zu Conques schrieb, er sei „in keiner Weise darauf vorbereitet gewesen, so viele Reichtümer in einer solchen Wilnis anzutreffen", beeindruckt alle Reisenden die „Wildheit" der Natur in dieser Gegend. Doch die Lage von Conques erweist sich insbesondere in klimatischer Hinsicht als äußerst vorteilhaft. Die Abtei und das Dorf liegen am Sonnenhang, geschützt vor den Nebeln der Talsohle bewahrt zu sein. Reiche Quellen sorgen für die lebenswichtige Versorgung mit Wasser.
Um Conques gibt es mehrere von der Natur geschaffene Aussichtspunkte, von denen aus man die gesamte Anlage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. In den vier Himmelsrichtungen sind folgende Aussichtspunkte besonders interessant :
- Im Süden liegt der Aussichtspunkt Bancarel. Von dem Steinkreuz aus kann man deutlich jedes Haus des Dorfes Conques erkennen, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des Ouche-Tales erstreckt.
- Im Norden gestattet die Weinberge mehrere Ausblicke auf die darunterliegende Abteikirche und die silbrig schillernden Schieferdächer des Dorfes.
- Im Osten hat man bei der verlassenen Häuseransammlung Guillebastre, die über den Schluchten des Ouche liegt, einen großartigen Panoramablick in Richtung Conques.
- Im Westen (jenseits der „römischen" Brücke) bietet die Auffahrt über die Serpentinenstraße die vielleicht schönsten Aussichten auf die tieferliegenden Anlagen von Conques.